· KMU und AI
Sie brauchen zuerst einen Prozess, den ein Mensch sauber übernehmen könnte. Erst der Prozess. Dann das Tool. Dann der Agent.
Auf LinkedIn lese ich aktuell viel über «AI Agents im Mittelstand». In Gesprächen mit KMU sehe ich aber oft ein anderes Bild: Viele Unternehmen haben noch keinen einzigen Kernprozess so sauber dokumentiert, dass ihn jemand Drittes zuverlässig übernehmen könnte.
Nicht ein Agent. Nicht ein neuer Mitarbeiter. Nicht einmal ein externer Dienstleister.
Gartner geht davon aus, dass über 40 Prozent der Agentic-AI-Projekte bis Ende 2027 abgebrochen werden. Die Gründe sind nicht überraschend: steigende Kosten, unklarer Business Value und fehlende Risikokontrolle.
Gleichzeitig haben erst rund 17 Prozent der Unternehmen AI Agents im Einsatz, während über 60 Prozent dies in den nächsten zwei Jahren planen.
Genau in diesem Spalt zwischen Ambition und Voraussetzung entstehen die Abbrüche.
«Wir brauchen einen Agent.»
Die Realität ist meistens eine andere: Ein Unternehmen braucht zuerst einen klaren Prozess, eine brauchbare Datenbasis und ein Team, das mit dem Output arbeiten kann. Wer diese drei Voraussetzungen überspringt, kauft mit dem Agent vor allem ein teures Experiment.
KMU sollten weniger über Agents reden und mehr über Engpässe. Die produktivsten Fragen sind nicht technologisch, sondern operativ:
Der schnellste Return kommt nicht aus «autonomen Agenten». Er kommt aus sauber dokumentierten Workflows, pragmatischer Automatisierung und kleinen Use Cases, die messbar funktionieren.
Erst der Prozess. Dann das Tool. Dann der Agent. Alles andere ist nicht Innovation, sondern Abbruchwahrscheinlichkeit mit neuem Etikett.
Welcher Prozess in eurem Unternehmen ist heute so klar dokumentiert, dass ihn jemand Drittes übernehmen könnte? Wenn euch keiner einfällt, beginnt dort. Nicht beim Agent.
Wenn ein Signal für Ihr Vorhaben relevant ist, sprechen wir besser direkt darüber.