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Wenn Software im Arbeitsablauf eine Zahlung auslöst oder eine Finanzierung anbietet, sitzt der Anbieter nicht mehr nur neben dem Geschäft, sondern mitten in einem geschäftskritischen Prozess.
Zahlungen, Finanzierungen und Kontofunktionen werden zunehmend dort eingebaut, wo Unternehmen ohnehin arbeiten: in Buchhaltungstools, Branchen-Software, Marktplätzen, ERP-Systemen oder Kundenportalen.
Für KMU wirkt das auf den ersten Blick wie ein praktisches Zusatzfeature.
Das greift zu kurz.
Wenn eine Software direkt im Arbeitsablauf eine Zahlung auslöst, eine Finanzierung anbietet oder eine Rechnung verarbeitet, verschiebt sich ein Teil der Kundenbeziehung. Der Anbieter sitzt dann nicht mehr nur neben dem Geschäft, sondern mitten in einem geschäftskritischen Prozess.
Für Softwareanbieter entsteht daraus eine klare Frage:
Wo gibt es im eigenen Produkt einen Punkt, an dem Geld fliesst, eine Rechnung entsteht, eine Zahlung ausgelöst oder eine Finanzierung benötigt wird?
Genau dort kann zusätzlicher Nutzen entstehen. Nicht als Spielerei, sondern als bessere Nutzerführung, zusätzliche Marge oder stärkere Kundenbindung.
Für KMU, die solche Software nutzen, stellt sich die Frage von der anderen Seite:
Wer kontrolliert eigentlich den Prozess, in dem meine Zahlungen, Rechnungen oder Finanzierungsentscheide stattfinden?
Das muss kein Problem sein. Aber es sollte bewusst entschieden werden.
Mit PSD3, der Payment Services Regulation und FIDA wird diese Entwicklung in Europa schrittweise klarer geregelt. Es geht um Zahlungsdienste, Datenzugang, Schnittstellen und den Umgang mit Finanzinformationen.
Für Schweizer KMU ist das nicht nur ein Regulierungsthema. Es ist vor allem ein strategisches Thema.
Denn unabhängig vom genauen Tempo der Regulierung verschiebt sich die Kundenschnittstelle bereits heute. Finanzfunktionen werden dort eingebaut, wo der tägliche Arbeitsablauf stattfindet.
Embedded Finance muss nicht für jedes Unternehmen relevant sein.
Aber jedes Unternehmen sollte wissen, wo im eigenen Produkt, im eigenen Betrieb oder in der eigenen Kundenschnittstelle ein finanzieller Prozess entsteht.
Die entscheidende Frage ist nicht:
«Brauchen wir ein Payment-Feature?»
Sondern:
Wo entsteht bei uns ein Zahlungspunkt, eine Finanzierungsfrage oder ein Abrechnungsprozess, den heute jemand anderes kontrolliert?
Viele Unternehmen besetzen diesen Punkt nicht falsch. Sie benennen ihn gar nicht erst.
Wo in Ihrem Produkt oder Betrieb entsteht ein finanzieller Prozess, und wer kontrolliert ihn heute?
Wenn ein Signal für Ihr Vorhaben relevant ist, sprechen wir besser direkt darüber.