· AI · Regulierung
Wer die gewonnene Zeit nur abwartet, verschiebt nicht das Risiko, sondern die eigene Lernkurve.
Diese Woche stand in fast jedem Newsletter dasselbe: Der EU AI Act wird entschärft. Zentrale Pflichten für Hochrisiko-Systeme rutschen nach hinten, je nach Kategorie Richtung 2027 oder 2028.
Viele KMU lesen das als Entwarnung. Endlich Ruhe. Das Thema kann warten.
Das ist die teure Lesart.
Im Mai 2026 haben Rat, Parlament und Kommission sich provisorisch auf einen Digital Omnibus geeinigt. Die zentralen High-Risk-Pflichten, je nach Kategorie, rutschen Richtung Ende 2027 und 2028. Der Aufschub gilt erst, wenn er formal verabschiedet ist; einzelne Transparenzpflichten greifen ohnehin früher.
Die Richtung bleibt, nur der Kalender wackelt.
Verschoben heisst nicht abgesagt. Wer jetzt abwartet, verschiebt nicht das Risiko. Er verschiebt die eigene Lernkurve.
Denn die eigentliche Arbeit ist nie die Regulierung. Die eigentliche Arbeit ist die Frage dahinter:
Diese Fragen muss man so oder so beantworten, sobald man AI ernsthaft einsetzt. Mit Frist oder ohne.
Wer jetzt klärt, gewinnt nicht in erster Linie Compliance. Er gewinnt Prozessklarheit, die Grundlage jeder sinnvollen Automatisierung.
Der verschobene AI Act ist deshalb kein Grund, langsamer zu werden. Er ist genau das Zeitfenster, das man braucht, um es sauber zu machen statt hektisch.
Behandelt ihr den Aufschub als Pause, oder als Vorlauf?
Wenn ein Signal für Ihr Vorhaben relevant ist, sprechen wir besser direkt darüber.